Braucht der Mensch Zucker: Geheimnisse des Zuckerverzichts

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Autor: Pascal Harting

Es gibt wohl kaum ein Lebensmittel, zu welchem mehr Mythen und Unsicherheiten existieren als Zucker. Doch braucht der Mensch Zucker? Der eine behauptet, brauner Zucker enthalte Mineralstoffe, der nächste behauptet, Traubenzucker mache fit, Fruchtzucker sei ohnehin nicht schädlich und Honig sei doch viel gesünder als Zucker.

Doch die meisten dieser Behauptungen sind tatsächlich falsch. Wir schauen uns nachfolgend mal einige dieser Behauptungen und klären, ob der Mensch überhaupt Zucker braucht.

Braucht der Mensch Zucker?

Fakt ist, eigentlich brauchen wir gar keinen zusätzlichen Zucker. Unsere Organe, insbesondere das Gehirn, benötigen zwar Glukose (auch bekannt als Traubenzucker), um effizient arbeiten zu können, jedoch ist unser Körper in der Lage, diese aus diversen anderen Nahrungsmitteln selbst herzustellen.

Hierzu zählen hauptsächlich kohlenhydratreiche Lebensmittel, wie Kartoffeln oder Lebensmittel aus Getreide, wie Nudeln oder Brot, jedoch auch Gemüse.

Obst enthält ebenfalls viele Kohlenhydrate und kann als natürliche Zuckerquelle dienen, obwohl viele Früchte einen hohen Fruchtzuckergehalt haben und in Maßen verzehrt werden sollten.

Auch wenn wir unserer Ernährung keinen zusätzlichen Zucker hinzufügen müssen, ist es wichtig, dass wir genügend Kohlenhydrate aus anderen Quellen zu uns nehmen. Dies kann dazu beitragen, dass unser Körper optimal funktioniert und verhindert Müdigkeit.

Die verschiedenen Bezeichnungen für Zucker

braucht der mensch zucker

Zucker allgemein wird unter verschiedenen Bezeichnungen geführt. Manche davon sind weniger bekannt, sodass Dir als Verbraucher auf den ersten Blick vielleicht gar nicht bewusst ist, dass das Produkt Zucker enthält. Insgesamt gibt es über 60 verschiedenen Bezeichnungen für Zucker, die Gängigsten werde ich nachfolgend kurz erläutern:

Saccharose: Hierbei handelt es sich um unseren Haushaltszucker, bestehend aus Glukose und Fruktose. Er enthält keinerlei Mineralstoffe, dafür umso mehr Kalorien.

Laktose: Laktose ist auch unter dem Namen Milchzucker bekannt und von Natur aus in Milchprodukten enthalten.

Glukose: Glukose ist, wie bereits weiter oben erwähnt, vor allem unter der Bezeichnung „Traubenzucker“ bekannt. Hergestellt wird sie aus Mais- oder Kartoffelstärke. Glukose ist eine der Hauptbestandteile von unserem allseits gern genutzten Honig.

Fruktose: Fruktose, auch Fruchtzucker genannt, ist, wie der Name schon herleiten lässt, in Früchten zu finden.

Glukose-Fruktosesirup: Dieser Sirup besteht, wie auch hier der Name schon sagt, aus Glukose und Fruktose und wird aus Weizen- oder Maisstärke hergestellt. In der Lebensmittelindustrie nutzt man den Sirup gern für Obstkonserven und süße Getränke. Es gibt auch Fruktose-Glukosesirup, was bedeutet, dass hier mehr Fruktose als Glukose enthalten ist. Beim Glukose-Fruktosesirup ist folglich mehr Glukose enthalten.

Honig: Honig wird gern einmal als gesunde Alternative zu Zucker angepriesen, besteht jedoch leider zum größten Teil aus Haushaltszucker (Saccharose).

Maltrodextrin: Hierbei handelt es sich um ein Zucker-Stärke-Gemisch, welches in der Lebensmittelindustrie gern als Verdickungsmittel genutzt wird. Zu finden ist es beispielsweise in Suppen oder Wurstwaren.

Glukosesirup: Bestehend aus Glukose und Fruktose und wird aus Stärke hergestellt. Er wird beispielsweise als Bindemittel genutzt, wie etwa bei der Herstellung von Produkten aus Schokolade oder Müslis und Cornflakes.

Invertzuckersirup: Hierbei handelt es sich wieder um Haushaltszucker (Saccharose), welcher in Wasser gelöst wurde.

Dicksaft und Pflanzensirup: Unter dieser Bezeichnung versteht man stark konzentrierte Säfte, wie zum Beispiel Agavendicksaft, jedoch auch Dattel- oder Ahornsirup. Derartigen Sirup gibt es auch aus Getreidesorten oder Reis.

Gibt es auch gesunde Alternativen zum Zucker?

Sammlung von natürlichen Zuckerquellen

Auch wenn es sich bei Honig um ein Naturprodukt handelt und dieser Vitamine und Mineralstoffe enthält, so ist dieser leider nicht gesünder als herkömmlicher Industriezucker.

Honig besteht zu achtzig Prozent aus verschiedenen Zuckerarten, die restlichen zwanzig Prozent sind Wasser. Kurz gesagt, ist Honig eigentlich nur eine Zuckerlösung.

Auch brauner Zucker, welcher aufgrund seiner dunkleren Farbe öfters als gesünder bezeichnet wird, ist mit dem herkömmlichen weißen Zucker gleichzusetzen.

Es gibt drei verschiedene Arten von dem bekannten braunen Zucker, und zwar Vollzucker, Vollrohrzucker und Braunzucker.

Letzterer ist lediglich karamellisierter und eingefärbter weißer Zucker, die beiden anderen Varianten enthalten tatsächlich mehr Mineralstoffe als weißer Zucker, was jedoch nicht bedeutet, dass dieser gesünder wäre. Die Menge an mehr Mineralstoffen ist sehr gering.

Dann gibt es hier noch den Traubenzucker, der die Konzentration fördern soll. Diese Behauptung ist sogar korrekt, jedoch ist der Effekt meist nur von kurzer Dauer. Der Körper schüttet in dieser Zeit vermehrt Insulin aus, jedoch sinkt der Blutzuckerspiegel auch genauso schnell wieder ab, wie er gestiegen ist, wodurch man im Endeffekt das genaue Gegenteil erreicht und meist im Anschluss müder ist als vorher.

Als gesunde Alternative empfiehlt sich daher tatsächlich der Verzehr von kohlenhydratreichen Lebensmitteln, insbesondere Vollkornprodukten.

Der Körper wandelt die Inhaltsstoffe langsam selbst in Traubenzucker um und kann diesen deutlich effizienter verwerten. Hierdurch bleibt der Blutzuckerspiegel konstant und die Konzentration über längeren Zeit bestehen.

Braucht man Zucker als Energielieferant?

Zuckerkonsum Statistik

Ein weiterer Mythos ist, dass Zucker der beste Energielieferant sei, dies ist jedoch falsch, denn Fett liefert mehr als doppelt so viel Energie als Zucker.

Dieses enthält pro Gramm neun Kilokalorien. Zucker enthält vergleichsweise pro Gramm nur vier Kilokalorien.

Die meiste Energie bezieht der Körper jedoch aus einer ausgewogenen Mahlzeit bestehend aus Ballaststoffen, Eiweiß und Vitaminen. Diese hält auch am längsten satt.

Mit einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung brauchst Du kaum Zucker in Deiner Ernährung. Wenn Du ihn dennoch isst, dann achte einfach darauf, die Portionen kleinzuhalten.

Ist Fruchtzucker gesünder?

Obst und ein Glas Fruchtzucker

Fruchtzucker galt lange als die gesunde Alternative zu Traubenzucker. Insbesondere Diabetikern wurde der Verzehr von Fruchtzucker ans Herz gelegt. Die heutigen Erkenntnisse zeigen jedoch etwas anderes.

Fruchtzucker ist genauso wie Traubenzucker ein Bestandteil unseres Haushaltszuckers und folglich nicht unbedingt als gesund zu bezeichnen.

In größeren Mengen kann Fruchtzucker sogar die Leber schädigen oder zu einer sogenannten Fettleber führen. Das heißt nun aber nicht, dass Du Deinen Kindern kein Obst mehr geben sollst.

Obst enthält nach wie vor zahlreiche gesunde Komponenten wie Ballaststoffe und Vitamine. Daher sollte bei einer gesunden Ernährung selbstverständlich nicht darauf verzichtet werden. Die Menge macht das Gift, heißt es doch so schön.

Was versteht man unter Zuckerfrei?

zuckerfrei

Aber was ist denn jetzt genau dieses „Zuckerfrei“? Bedeutet es wirklich, dass man gar keinen Zucker mehr konsumieren darf? Ist „Zuckerfrei“ gleichzusetzen mit komplettem Zuckerverzicht, sprich auch keinen Fruchtzucker oder Ähnliches mehr?

Nein, „Zuckerfrei“ heißt nicht, dass man auf alle Arten des Zuckers verzichten muss. Wie wir bereits oben gelesen haben, gibt es neben unserem Haushaltszucker noch 60 weitere Bezeichnungen beziehungsweise Arten von Zucker, wie in etwa auch den Milch- oder Traubenzucker.

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Gesundheitlich gesehen unterscheiden sich diese zwar nicht vom Haushaltszucker, jedoch bezeichnet man ein „zuckerfreies“ Lebensmittel als ein solches, das weniger als 0,5 Gramm pro 100 Gramm oder 100 Milliliter Zucker enthält. Dies bedeutet, dass auch „zuckerfreie“ Lebensmittel Zucker enthalten.

Als weitere Bezeichnung in der Lebensmittelindustrie existiert noch der Ausdruck „ohne Zuckerzusatz“. Bei dieser Bezeichnung ist es tatsächlich so, dass hier kein süßender Stoff jeglicher Art zugesetzt sein darf. Ansonsten darf diese Bezeichnung nicht auf der Verpackung des entsprechenden Lebensmittels verwendet werden.

Fazit

Abschließend kann wohl gesagt werden, dass keine der verschiedenen Arten von Süßungsmitteln wirklich gesund und vor allem auch für den Körper gar nicht zwingend notwendig sind.

Unser Körper ist in der Lage, sich seine Energie auch aus anderen Quellen zu beziehen.

Das heißt natürlich nicht, dass man nie wieder Zucker konsumieren soll. Wie immer im Leben heißt es „Die Menge macht das Gift“ und solange Du Dich sonst ausgewogen ernährst, spricht doch nichts gegen eine gelegentliche kleine Belohnung.

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